aktualisiert27.5.2008












Gynäkologie: Chlamydieninfektion:

Neueste Testverfahren schützen junge Frauen vor schwerwiegenden Folgeerkrankungen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (Beschlussgremium der Ärzte und Krankenkassen in Deutschland) hat einen jährlichen Test auf Chlamydien als zusätzliche Regelleistung für gesetzlich versicherte junge Frauen beschlossen.

Der Nutzen einer Chlamydienuntersuchung im Rahmen der frauenärztlichen Untersuchung ist durch entsprechende internationale Studien belegt.

„Der Test und die nachfolgende Behandlung bei einer Infektion in der Altersgruppe unter 25 Jahren führen nachweislich zu einer deutlichen Reduktion von schwerwiegenden Folgeerkrankungen. Darüber hinaus ist der Nutzen einer Untersuchung bei schwangeren Frauen und vor einem geplanten Schwangerschaftsabbruch belegt“, sagte der unparteiische Vorsitzende des G-BA, Dr. Rainer Hess.

Die genitale Chlamydia trachomatis-Infektion ist weltweit die häufigste sexuell übertragbare bakterielle Erkrankung. Die Erkrankung verläuft überwiegend ohne besondere Symptome und birgt bei der Frau die Gefahr entzündlicher Erkrankungen des kleinen Beckens. Als Folgererkrankungen können insbesondere Unfruchtbarkeit, immer wieder kehrende Unterbauchschmerzen und Bauchhöhlenschwangerschaften auftreten.

Zudem können Neugeborene von infizierten Müttern in einem erheblichen Anteil Bindehautentzündungen und Lungenentzündungen entwickeln. Darüber hinaus gibt es Hinweise für ein erhöhtes Risiko von Frühgeburten, vorzeitigem Blasensprung, kindlichem Untergewicht und anderen Schwangerschaftskomplikationen.

Gruppen mit besonders hohem Risiko sind nach übereinstimmenden nationalen und internationalen Daten sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren sowie Frauen vor einem geplanten Schwangerschaftsabbruch. Die Häufigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab, für Deutschland schätzt das Robert Koch-Institut (RKI), dass 300 000 Frauen jährlich neu erkranken.

Die Infektion lässt sich wirksam und kostengünstig behandeln, wobei zur Vermeidung von Neuinfektionen die konsequente Partner-Mitbehandlung erforderlich ist. In Deutschland ist eine routinemäßige Untersuchung auf Chlamydien bei Schwangeren seit dem Jahr 1995 Bestandteil der Mutterschaftsvorsorge.


Merkblatt zur Chlamydienuntersuchung

Quelle: http://www.g-ba.de/informationen/aktuell/pressemitteilungen/195/