aktualisiert27.5.2008












Geburtshilfe: Schwangerschaftsdiabetes:

Diabetes und Übergewicht beginnen im Mutterleib

Falsche Ernährung und Übergewicht in der Schwangerschaft führen häufig schon im Mutterleib und nach der Geburt zu einem erhöhten Körpergewicht. Und nicht nur das: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass auch das spätere Risiko des Kindes an Diabetes zu erkranken mit dem Gewicht der Mutter steigt.

In Deutschland und anderen Industrienationen sind etwa ein Drittel aller Frauen im gebärfähigen Alter übergewichtig. Im Falle einer Schwangerschaft gefährden sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihr heranwachsendes Baby. "Übergewicht ist ein zentraler Risikofaktor für die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes, der - wenn er nicht erkannt und behandelt wird - mit einer regelrechten "Glukosemast" des Ungeborenen einhergeht", warnt Professor Dr. med. Andreas Plagemann, von der Klinik für Geburtsmedizin der Charité in Berlin. "Dadurch werden nicht nur die insulinproduzierenden Zellen bereits im Mutterleib geschädigt, sondern auch die gesamte Stoffwechsel-, Appetit- und Körpergewichtsregulation geradezu fehlprogrammiert."

Wird der Schwangerschaftsdiabetes behandelt, halbiert sich die Häufigkeit von Übergewicht bei den Kindern. Vor diesem Hintergrund sei die Aufnahme eines entsprechenden Screenings in die Mutterschaftsrichtlinien wichtig. Auch das Stillen müsse konsequent gefördert werden, da es eine Überfütterung und deren schädliche Folgen wirkungsvoll vermeidet, so Plagemann. Plagemann ist im Rahmen der DDG-Tagung Chairman des Workshops "Diabetes, Obesity and Fetal Programming" am 1. Mai 2008 in München, in dem internationale Experten über neueste Erkenntnisse informieren und mit den Teilnehmern diskutieren.


Weitere Informationen:
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
http://www.ddg2008.de



Quelle: Informationsdienst Wissenschaft http://idw-online.de/pages/de/news254028